Die Sportschau-Doku, an der wir uns beteiligt haben, findet ihr ab sofort in der ARD-Mediathek und bei Youtube.

ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/Sportschau/Ultras-die-Dokumentation/Das-Erste/Video?bcastId=53524&documentId=49930380
Youtube: https://youtu.be/_c0Yl4rhZ-8

Dokumentation über Ultras

Vom: 08. Februar  2018

Wir haben uns an einer Reportage und Dokumentation über Ultras von Alexander Cierpka und Tom Häussler beteiligt, welche nun kommenden Sonntag um 17.15 Uhr in der ARD (Das Erste) ausgestrahlt wird. Gerade für uns VfBler aufgrund des anstehenden Heimspiels gegen Gladbach ein ungünstiger Zeitpunkt, allerdings wird die Sportschau-Dokumentation anschließend auch in der Mediathek abrufbar sein.

Trailer:
https://youtu.be/zreyTSOVUqM

Infos zur Doku:
http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ultras-104.html

Bundesweiter Aktionsspieltag

Vom: 24. Januar  2018

Viele von euch haben die Proteste und Spruchbänder in der Hinrunde gegen die zunehmende Entfremdung des DFB und der DFL von der Basis des Fußballs – uns Fans – mitbekommen und mitgetragen. Wie zum Jahresende berichtet, wurde den Verbänden zur Winterpause ein Forderungskatalog zugeschickt, in welchem viele der aktuellen Problemfelder im Fußball angesprochen werden. Manche sind recht konkret, wie die klare Forderung nach einem Bekenntnis zu 50+1 und der Intention dahinter. Manche wirken eher banal, wie die Forderung einen bundesweiten Mindeststandard einzuführen, nach welchem Fanmaterialien grundsätzlich erlaubt sein müssen. Andere wirken hoffnungslos radikal, wie die klare Forderung nach der Abschaffung von Stadionverboten und die endgültige Abkehr von Zuschauerausschlüssen als Kollektivstrafen.

Die Forderungen haben allerdings eine große und erschreckende Gemeinsamkeit: Sie sind nicht neu!

Exakt diese Themen werden von Fans und Fanorganisationen seit Jahren und Jahrzehnten vertreten ohne Gehör zu finden. Exemplarisch ist hier der Themenbereich Anstoßzeiten. In der Saison 2000/01 gab es noch ein Bündnis namens „Pro 15:30“, selbstverständlich am Samstag. Heute finden sich im Positionspapier „nur“ noch zahlreiche Möglichkeiten, wie man die Situation für Stadionbesucher wieder etwas annehmbarer gestalten kann. Die Verbände sind jetzt gefordert, sich endlich einmal ernsthaft mit all diesen Problemen zu beschäftigen und die richtigen Weichen für die Zukunft des Fußballs zu stellen!

Um dieser Aufforderung nochmal Nachdruck zu verleihen, soll gemeinsam und bundesweit ein Zeichen gesetzt werden. Deshalb werden wir beim Heimspiel gegen Schalke in den ersten 12 Minuten plakativ auf sämtliche Fanutensilien und Aktivitäten verzichten, schließlich gehört deren Freigabe auch zu den Forderungen. Die Podeste bleiben leer, eine Koordination via Mikro- oder Megaphon findet nicht statt, Trommeln werden nicht eingesetzt, Fahnen und Doppelhalter bleiben unten. Nach Ablauf der 12 Minuten soll alles wie gewohnt sein oder gerne noch lautstarker und farbenprächtiger. Schließlich möchten wir mit diesem Kontrast verdeutlichen, wie wichtig bereits einzelne Punkte aus diesen Papieren sein können und welchen Effekt sie auf den Fußball haben, sowohl im positiven, als auch im negativen Fall.

Wir möchten jeden Stadionbesucher dazu auffordern, sich mit den Positionspapieren zu beschäftigen und sich dann den Protesten anzuschließen, oder sich zumindest solidarisch zu verhalten.

12 Minuten Zeichen setzen – Für einen starken 12. Mann!

Positionspapier zum Thema Fanrechte
Positionspapier zum Thema Sportgerichtsbarkeit
Positionspapier zum Thema Stadionverbote
Positionspapier zum Thema Anstosszeiten
Positionspapier zum Thema Kommerzialisierung

Im Laufe der letzten Woche wurden DFB/DFL insgesamt fünf Positionspapiere übersandt.
Inhaltlich fassen diese die Anfang Dezember beim Treffen der deutschen Fanszenen mit DFB/DFL vorgetragenen Kritikpunkte in einzelne Themenbereiche zusammen. Wir verstehen diese Positionspapiere als bestmögliche Hilfestellung an DFB/DFL, bei künftigen Entscheidungen Faninteressen besser berücksichtigen zu können.

Das Papier zum Thema Fanrechte befasst sich mit konkreten Einschränkungen am Spieltag, wie Begrenzungen für Fanmaterialien, Meinungsfreiheit auf Choreos und Spruchbändern sowie der Rolle der Ordnungsdienste. Etwas konkreter wird es bei den Themen Sportgerichtsbarkeit und Stadionverbote. In den hinterlegten Dokumenten wird über mehrere Seiten hinweg dargelegt wie diese beiden Aktionsfelder des DFB in den letzten Jahren immer seltsamere Blüten hervorgebracht haben. Heute ist beiden Themen eine unerträgliche Inkonsistenz und Intransparenz gemein, kurz gesagt trifft die Beschreibung „Alles kann, nichts muss“ die aktuelle Praxis sehr gut. Aus unserer Sicht sind solche präventiven Wasserköpfe nicht reformierbar und gehören, wie es unser Äffle so schön sagt „zom Deifel“.

Ähnlich lapidar fällt auch seine Forderung zum Thema Anstosszeiten aus. Im Positionspapier werden dagegen mehrere Ansätze angeboten, die die aktuelle Situation entspannen sollen. Beispielsweise die vielzitierte 300km-Regel für alle Spiele, die nicht an einem Samstag stattfinden können. Das Positionspapier zum Thema Kommerzialisierung nimmt DFB/DFL am deutlichsten in die Verantwortung. Die Erwartungshaltung ist klar, die eigene Verantwortung für die Integrität des Sports muss endlich ernst genommen werden. Der Einfluss von Investoren muss auch nachhaltig im Sinne von 50+1 begrenzt werden und die Grundprinzipien des Financial Fairplay dürfen nicht zum Papiertiger verkommen.


Pferdle: „Wa widd du Aff eigentlich zo Weihnachda?“
Äffle: „D’Spiel em Samschdigs om halb 4e ond zom Deifel mit älle Stadionverbot!“


Äffle: „Ond wenn en Köln d’Kischd ausgoht wärs au reacht.

Herausheben möchten wir auch nochmal Äffles Forderung nach einer Beendigung des Videobeweises. Dieser bringt weder mehr Gerechtigkeit noch mehr Transparenz. Aktuell steht immer noch im Raum, dass der Ex-Videobeweis-Projektleiter Helmut Krug dieses Vehikel nutzte, um unerlaubt Einfluss auf den Ausgang eines Bundesligaspiels zu nehmen. Die Glaubwürdigkeit des Sports geht komplett den Bach runter, wenn spielentscheidende Vorgänge im stillen Kämmerlein stattfinden. Vor dem Hintergrund der Glaubwürdigkeit des Sports begrüßen wir übrigens ausdrücklich die Entscheidung der DFL, eine Diskussion über Zweitspielrechte gar nicht erst zu eröffnen.

Die Lieder der Cannstatter Kurve

Vom: 14. Dezember  2017

Hallo Brustringträger,

die erste Lieferung unserer „Lieder der Cannstatter Kurve“ war bereits fast vergriffen, doch wollen wir euch gute Nachrichten überbringen und unsere CD ans Herz legen. Die Nachlieferung ist nämlich bereits eingetroffen. Wir würden uns freuen, wenn die Reichweite unseres Projekts noch weiter anwächst, da wir damit das Ziel verfolgen, die weiß-roten Kurvengänger noch geiler auf Support zu machen und unsere Melodien noch mehr in den Köpfen der Fangemeinde zu verankern. Diese Lieder bedeuten mehr als Musik, sie sind der Ausdruck unserer großen Leidenschaft. Neben den mit den Begbie Boys aufgenommenen Werken, die gewaltig ins Ohr gehen, gibt es auch noch was zum Schmökern. Im Booklet gibt es Hintergründe zu allen eingespielten Songs. Am Samstag gegen die Lederhosen habt ihr vor sowie nach dem Spiel die Möglichkeit, ein Exemplar bei unseren fliegenden Händlern zu ergattern.

Neues vom Fanstand

Vom: 08. Dezember  2017

Aktionen beim Heimspiel gegen Dortmund

Vom: 22. November  2017


„Wer mit jedem Interview für Kopfschütteln sorgt ist ein ahnungsloser Vo…rstand“

Die öffentlichen Auftritte von Herrn Reschke bleiben aus unserer Sicht leider mehr als gewöhnungsbedürftig. Sicherlich muss man die sogenannte „Vollidioten-Affäre“ nicht dramatisieren, schließlich haben wir in der Emotion auch schon mal verbal übers Ziel hinausgeschossen. Warum man allerdings bei jeder sich bietenden Gelegenheit wiederholen muss, dass man „ahnungslose Vollidioten“ gesagt hat und es nicht bereuen würde bleibt uns ein Rätsel. Wäre es nicht deutlich souveräner zuzugeben, dass ein unbedachtes Wort leider die Gesamtaussage überlagert hat? Es ehrt Herrn Reschke, dass er sich so für seine Verpflichtungen einsetzt, trotzdem kann man dieses alberne Kapitel jetzt dann auch gerne mal beenden.
Dazu kommen noch diverse andere Themen deren Außenwirkung er nur unzureichend zu erkennen scheint. Während sich beispielsweise immer mehr Fans fragen ob ihre Interessen eigentlich gar keine Rolle mehr spielen, stellt Herr Reschke klar, dass es auf seine Lebensqualität keinen Einfluss hat wann ein Bundesligaspiel beginnt. Auch im ganzen Komplex um die forcierte Abmeldung der zweiten Mannschaft, vermisst man eine Kommunikation, die in der Lage ist diese einschneidende Veränderung allen Fans nahe zu bringen. „Nicht mehr zeitgemäß“ ist da einfach zu wenig. Ebenso verhält es sich beim ominösen Zweitspielrecht, nach bisherigem Kenntnisstand die perfekte Maßnahme zur Söldnerzucht. Es wird sich eben nicht jeder Fan damit abfinden können, dass es wohl künftig nur noch in krassen Ausnahmefällen Spieler gibt, die in der Jugend zum VfB kommen und bis zu ihrem Debüt in der 1. Mannschaft nur das Brustringtrikot getragen haben. Außerdem sollte man zumindest noch versuchen sportlich glaubwürdig zu bleiben, das Konzept könnte auch ganz schnell zu einer Reihe von Farmteams in der 2. Bundesliga führen. Man stelle sich hier dann mal den Relegationsfall vor…
Uns ist klar, dass es in der internen Diskussion von strategisch Verantwortlichen keinerlei Denkverbote geben kann, die Kritik bezieht sich auch nicht auf die sportliche Kompetenz von Herrn Reschke, sie bezieht sich explizit auf sein Auftreten als Repräsentant des VfB Stuttgart.
Wir hoffen sehr, dass die etwas nachdenklicheren Worte beim gestrigen VfB im Dialog als Schritt in die richtige Richtung zu sehen sind.


„Die Polizei diktiert, der VfB pariert! Schämt euch! Gegen alle Stadionverbote!“

Bereits 2013 sind wir gegen die Novellierung der Stadionverbotsrichtlinien auf die Straße gegangen. Unsere Meinung zur Thematik ist seit dem unverändert, auf der vermeintlich starken Basis eines präventiven Hausrechts wurde eine eierlegende Wollmilchsau zusammengeschustert mit der mit der man nach Herzenslust strafen und aussperren kann. Praktischerweise ohne nervige Klagemöglichkeiten des Betroffenen. Wenn seitens der Polizei festgestellt wird, dass man niemals die gewünschte Anzahl an Betretungsverboten gerichtsfest hinbekommen wird, dann springt eben der VfB ein und verhängt mal eben ein lokales Stadionverbot für das entsprechende Spiel.
Wer sich in dieses „Alles kann, nichts muss“-Dokument des Sicherheitswahns einlesen will wird hier fündig:
https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/24339-Richtlinien_zur_einheitlichen_Behandlung_von_Stadionverboten.pdf

Stadttrikot

Das Stadttrikot war aus unserer Sicht leider ein ziemlicher Rohrkrepierer, dabei hatte die Idee durchaus ihren Charme und auch die Kooperation mit dem Künstlerkollektiv 0711 ließ aufhorchen. Der Stadtbezug fiel mit einem stylishen Brezelherz eher gering aus und auch die schwarze Ton-in-Ton Optik überzeugte nicht wirklich. Das Stadttrikot ist also leider eher ein gut promoteter, künstlich verknappter und selbstverständlich extrem hipper Lifestyleartikel als ein Aushängeschild des VfB Stuttgart. Schade, dafür hätte man echt nicht auf den bewährten weiß-roten Brustringchic verzichten müssen.

Neue Artikel im Online Shop

Vom: 03. November  2017

Ab sofort findet ihr in unserem Online Shop ein paar neue Artikel, darunter das neue StoCCarda, den Fankalender 2018 sowie neue Aufkleber: http://freiraum.ultra-attitude.de/shop/

Es ist soweit. Endlich erscheint das brandneue StoCCarda – eine ganz besondere Ausgabe. Denn 2017 ist das Jahr der runden Geburtstage: 10 Ausgaben StoCCarda, 20 Jahre Commando Cannstatt! Deswegen konzentrieren wir uns in Ausgabe #10 neben den Spielberichten und dem Rückblick auf die vergangene Aufstiegssaison maßgeblich auf unser 20-jähriges Gruppenjubiläum. Satte 70 Seiten beleuchten die Geschichte und Veränderungen des Commando Cannstatt, unsere Werte und Einstellungen und natürlich die Feierlichkeiten aus diesem Frühjahr/Sommer. Und auch optisch setzen wir mit einem neuen, schlichten Stil und Layout weiter Akzente… Also greift wie immer zu und sichert euch die 10. Ausgabe.
Außerdem haben wir für euch noch weitere Schätze ausgegraben: Am Stand und im Freiraum findet ihr in den kommenden Wochen einzelne Restexemplare des StoCCarda #5, #7 und #8 – zugreifen lohnt sich!

Drei Exemplare mehr hat bereits der Fankalender vorzuweisen. Zum 13. Mal erscheint ab dem Freiburgheimspiel auch unser beliebter Fankalender, der über die Jahre zu einer festen Institution in der Cannstatter Kurve geworden ist. Seit der Erstauflage im Jahr 2006 konnte auf diese Weise die unfassbare Summe von 110.500 € für gute Zwecke gesammelt werden. Auch in diesem Jahr werden wir mit dem Verkauf der Fankalender eine gemeinnützige Einrichtung in Raum Stuttgart unterstützen.
Der gesamte Erlös vom 13. Fankalender wird an den Förderkreis krebskranke Kinder e.V. gespendet. Der Verein fördert die Betreuung auf der kinderonkologischen Station im Olgahospital, indem beispielsweise die Stellen einer Erzieherin und Psychologin finanziert werden. Darüber hinaus werden betroffene Familien während der Zeit der Behandlung und danach unterstützt. Der Förderkreis springt ein, wo Hilfe gebraucht wird. Während die Kinder stationär behandelt werden, haben die Familien zudem die Möglichkeit im „Blauen Haus“ am Herdweg (ganz in der Nähe des Olgahospitals) ein Zuhause auf Zeit zu finden.

Den Fankalender für nur 9 € sowie das StoCCarda für nur 6 € erhaltet ihr ab dem Heimspiel gegen Freiburg am Fanstand im Bauch der Cannstatter Kurve und bei unseren fliegenden Händlern im und ums Stadion. Greift zu und sichert euch die Neuerscheinungen rechtzeitig!

Zum Spiel in Leipzig

Vom: 17. Oktober  2017

Über das Konstrukt RB Leipzig wurde im Grunde schon alles geschrieben und gefühlt in jedem Stadion konnte man den Kampf „Gut gegen Böse“ oder „Tradition gegen Retorte“ verfolgen. Im Grunde könnte man sich nun die besten Aspekte der zahlreichen Argumentationen zu eigen machen, die Schwierigkeit ist allerdings eher unsere eigene Rolle im Duell „wir gegen die“.

Wer oder was ist RB Leipzig?
RB Leipzig ist eine Marketingmaßnahme des Getränkeherstellers Red Bull, welche ohne Rücksicht auf Verluste agiert. Red Bull versucht durch den Unterhalt einer entsprechenden Fußballmannschaft das Profil seiner Marke zu schärfen und einen Imagetransfer von der Mannschaft zum Getränk zu schaffen. Die Attribute gehen dabei in die Schiene jung, talentiert, international, leistungsbereit, professionell, ambitioniert und modern.
RB Leipzig spielt also nur Fußball, weil Red Bull Dosen verkaufen möchte, aus unserer Sicht der Inbegriff von Retorte. Das beweist unter anderem die Tatsache, dass rund 1/3 des Gesamtumsatzes von Red Bull direkt wieder ins Marketing befördert wird. Wer solch ein Konstrukt auch noch anfeuert, macht sich zur Staffage in einem 24/7 Werbespot.

Wer oder was ist der VfB Stuttgart?
Der Reflex ist klar: Der VfB ist ein Traditionsverein. Die Frage ist, ob das so noch stimmt. Schließlich hat der VfB Stuttgart 1893 e.V. keine Bundesligamannschaft mehr. Er besitzt nur noch Anteile an einer AG, die eben eine Bundesligamannschaft hat. Richtig ist, dass der VfB nicht gegründet wurde, um Produkte zu promoten oder Geld zu verdienen, sondern um den Fußballsport zu etablieren und fußballbegeisterten Menschen einen Anlaufpunkt zu bieten. Mit der Professionalisierung des Sports steigt die Notwendigkeit, Geld einzunehmen und immer neue Vermarktungsmethoden, -kanäle und -strategien werden aus der Taufe gehoben. Dies führt so weit, dass man sich im Juni 2017 erzählen lassen muss, dass die Zeit der Romantik und der Vereinsmeierei vorbei sei, der e.V. ein wirtschaftlicher Bremsklotz ist und man Daimler als Investor bräuchte, um wieder sportlich relevant zu werden. Die Masse goutiert diese Phrasendrescherei und spätestens jetzt ist der Bruch mit der Tradition des Vereins offensichtlich. Geld verdienen wird zum Selbstzweck, denn man muss ja Gelder generieren, um erfolgreich Fußball spielen zu können, das bringt dann mehr Geld und mehr Erfolg. Was Geld bringt ist gut, alles andere ist gestrig. Fußball spielt beim VfB nur wer wirtschaftlich verwertet werden kann. Junge und talentierte Männer, in Kickstiefeln oder an der Konsole. Frauenfußball zum Beispiel ist, im Gegensatz zu e-sports, eben kein Wachstumsmarkt.
Der VfB Stuttgart hat also eine Tradition als Fußballverein, tritt aber mittlerweile auf, wie der Verkäufer eines Produktes. Dieses Produkt hat man zu bejubeln oder bestenfalls zu konsumieren. Kritik, Mitsprache, Mitgestaltung, Mitverantwortung, Partizipation sind unerwünscht.

Was heißt das für uns?
Auf den ersten Blick ein Leben im Widerspruch, denn außer dem Spiel an sich, den 90 Minuten sportlichem Wettkampf, gibt es nicht mehr viel, womit man sich identifizieren kann oder will. Deshalb ist an dieser Stelle jeder Fanclub, jede Gruppe und jede Clique in der Cannstatter Kurve gefordert, genau diese Werte weiter zu leben und zu tragen, die sich einst die Vereine auf die Fahnen geschrieben haben. Kein Fanclub lebt ohne Ehrenamt, Wahlen oder Demokratie. Eine Gruppe ohne Solidarität, Zusammenhalt und Respekt ist wertlos. Die Cannstatter Kurve steht für eine jahrzehntealte Fankultur, sie hat Generationen gesehen, die sie auf ihre Art und Weise mit Leben gefüllt haben. Sie muss unser Gegenentwurf bleiben, der Ort an dem Leidenschaft mehr zählt als Hochglanz, an dem Geld und Erfolg nicht das Maß aller Dinge sind.
Genau das wollen wir auch in Leipzig zeigen, also packt eure Zaunfahnen ein, gerne so alt wie möglich. Lasst uns zeigen, dass wir noch da sind und es in Stuttgart noch eine authentische Fankultur gibt.

Jeder Einzelne ist der 12. Mann!