Nach dem Heimspiel gegen den SC Freiburg haben wir ein Spruchband mit dem Text “Stuttgart kämpfen – Dietrich raus!” gezeigt.

Mehr als “Dietrich raus!” fällt euch auch nicht ein, oder?

Das Stuttgarter Hamsterrad
Tatsächlich halten wir die Präsidentschaft von Wolfgang Dietrich nicht für das größte Problem beim VfB Stuttgart, allerdings spitzt sich durch seine Interpretation der Rolle in Kombination mit seiner strukturell bedingten Ämterhäufung ein seit vielen Jahren bestehendes Problem mal wieder dramatisch zu. Das viel tiefer liegende Problem ist, dass man beim VfB seit Jahr und Tag der Meinung ist, man bräuchte halt einen der „den Sport“ macht und den Rest bekäme man mit fähigen Wirtschaftsleuten schon in den Griff. Diese sonnen sich natürlich nur allzu gern im Glanz des VfB Stuttgart und bringen ihre „Expertise“ mit Vorliebe auch in sportliche Entscheidungen ein. Der Sinn und Zweck des VfB war und ist es aber, Fußball zu spielen, wenn möglich sogar erfolgreich. Die Kompetenzen, Zuständigkeiten und Stellenbesetzungen sind aber seit Jahren nicht an genau diesem Zweck orientiert. Das war schon zu e.V.-Zeiten so, als zeitweise nur Sponsorenvertreter im Aufsichtsrat saßen. Überraschenderweise hat sich dies auch trotz vollmundiger Ankündigung der Professionalisierung auch in der VfB AG nicht merklich verändert. Dazu aber weiter unten mehr.
Aufgrund dieses Missstandes kommt der Rolle des Vorstands Sport eine immense Bedeutung zu. Die Verantwortung für das sportliche Abschneiden lastet alleine auf seinen Schultern. Ihm obliegt es nun, zuerst eine Spielidee zu entwickeln, die passenden Spieler dafür zu verpflichten, den passenden Trainer zu finden, das Funktionsteam um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu verändern und vieles mehr. Man macht sich also komplett abhängig von den Ideen einer einzigen Person. Bei ausbleibenden Erfolgen oder Differenzen mit den Wirtschaftsfachleuten wird der Posten aber schnell zum Schleudersitz und da es keine übergeordnete sportliche Konzeption oder sonstige Leitlinien zu geben scheint, beginnt der nächste Vorstand Sport wieder bei null und krempelt erstmal den kompletten sportlichen Bereich nach seinen Vorstellungen um. (Dieses Phänomen ist übrigens 1:1 übertragbar auf die Rolle der Trainer und deren damit einhergehende kurze Verweildauer). Gerne beginnen diese Brüche auch mit „Klartext“-Pressekonferenzen und die Zuhörer freuen sich noch darüber, dass endlich mal alles auf den Prüfstand gestellt wird. Zumindest hofft man darauf. Es ist die Illusion von Bewegung, selbstverständlich ohne Fortschritte zu machen.
Schaut man sich die durchschnittliche Verweildauer der Sportvorstände an, erklärt sich auch sehr schnell, warum es gelegentlich schwerfällt, in Kaderzusammenstellung, Spielweise oder Trainerauswahl ein Konzept zu erkennen. Damit wollen wir keinesfalls allen Sportvorständen der jüngeren Vergangenheit eine Absolution erteilen, zu viele sind nach objektiven Maßstäben an ihrer Aufgabe gescheitert. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob die Aufgabe korrekt definiert wird.

Die Rolle von Wolfgang Dietrich
Mit der Ausgliederung sollte ja auch eine Professionalisierung der Strukturen einhergehen. Bisher sieht die aber so aus, dass Wolfgang Dietrich in allen denkbaren Gremien den Vorsitz hat. Das beginnt beim Aufsichtsrat der AG, geht dann über den sogenannten Präsidialrat, den er eingeführt hat, bis zur Hauptversammlung der AG.
Dazu kommt noch eine wohlwollend sehr aktive Rolle im operativen Geschäft der AG, inklusive fortlaufendem Verkünden von Transferabsichten und Budgets in der Öffentlichkeit. Exemplarisch hier das Abstempeln von Pablo Maffeo als „Flop“. All das kann jetzt auch nicht wirklich überraschen. Wolfgang Dietrich sollte Präsident werden, um die Ausgliederung zu erreichen, notfalls eben auch mit der Brechstange. Jetzt haben wir einen absoluten Machtmenschen beim VfB, der in allen Gremien den Vorsitz führt und weder Widerspruch duldet noch das Rampenlicht teilen will oder eine Ahnung hat, wie er den VfB abseits vom Dreschen von Phrasen nach vorne bringen will. Das Resultat ist verheerend: Gespaltener Verein, Identifikation vieler Fans kaputt, Fußballdeutschland lacht mal wieder über den VfB, Kohle verbrannt und der VfB steht nicht besser da als vorher. Eine sportliche Weiterentwicklung ist nicht mal im Ansatz erkennbar, der nächste Abstieg droht.

Was muss sich ändern?
Jetzt nähern wir uns so langsam dem Knackpunkt, wie das Problem denn zu lösen sei und was wir als CC97 jemals konstruktiv dazu beigetragen hätten. Bereits in der Vergangenheit haben wir schon immer sehr stark in Bezug auf Strukturen argumentiert. Zu e.V.-Zeiten war unsere Forderung mehrfach, mehr Sportkompetenz in den Aufsichtsrat des e.V. zu holen, damit endlich eine nennenswerte Kontrolle des Vorstands Sport möglich ist und nicht die komplette sportliche Entwicklung von einer Person abhängt. Stattdessen führten die Aufsichtsräte Jenner, Schäfer und Porth zusammen mit den verbliebenen Vorständen Heim und Röttgermann den VfB durch die turbulente Zeit nach dem Abstieg. Irrungen und Wirrungen auf diesem Weg sind bekannt.
Vor der Wahl von Wolfgang Dietrich plädierten wir für eine Wahl und zwar nicht für oder gegen eine Person, sondern zwischen zwei Personen mit Konzepten für den VfB. Wir sind zwar immer noch der Meinung, dass die strukturellen Probleme beim VfB Stuttgart nicht durch einen „Heiland“ gelöst werden können, trotzdem hofften wir nach dem Abstieg zumindest auf eine breitere Debatte. Der Ausgang ist bekannt, die Diskussion zu „Was braucht der VfB Stuttgart jetzt?“ wurde erfolgreich ersetzt durch „Warum wollt ihr Wolfgang Dietrich nicht? Einen erfolgreichen Manager, der durchgreift?“ Ausgang ist bekannt, Spaltung absehbar. Der Heiland sprach „Ja zum Erfolg!“.
Mittlerweile ist der VfB Stuttgart aber an einem Punkt angekommen, an dem sich die Erkenntnis durchsetzt, dass nicht alles so rosig läuft, wie uns die Herren Dietrich und Reschke glauben machen wollen. Bleiben wir, wie so häufig, bei den Strukturen:
• In dringenden Fällen entscheidet der Präsidialrat. Dieser setzt sich laut Wolfgang Dietrich aus ihm, Herrn Porth und Herrn Ohlicher zusammen. Hermann Ohlicher ist zweifellos eine VfB-Legende, ist er aber auch der richtige Sportfachmann für solch ein Gremium, in dem „der Sport“ sowieso schon wieder in der Minderheit ist?
• Im Aufsichtsrat sitzt zusätzlich zu Hermann Ohlicher noch Guido Buchwald für „den Sport“. Dieser kann immerhin auf einige mehr oder weniger erfolgreiche Stationen als Trainer oder Sportdirektor bei unterklassigen Vereinen oder in Japan zurückblicken. Damit hat es sich dann im achtköpfigen Gremium aber auch schon wieder. Die Episode um Buchwalds Kritik an Michael Reschke via Presse wirft auch die Frage auf, ob er lediglich als Feigenblatt fungiert.
• Die Frage nach dem Feigenblatt muss auch bei diversen angeblichen oder tatsächlichen Beratern gestellt werden. Aktuelles Beispiel ist Thomas Hitzlsperger, der als Direktor des Nachwuchsleistungszentrums und Präsidiumsmitglied des e.V. auch beratend in sportliche Entscheidungen involviert ist. Dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden, allerdings muss eben eine andere Person die Entscheidung fällen und die Verantwortung tragen. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, wie sehr sich diese Person von der Beratung denn beeinflussen lassen möchte.
• Warum gibt es in der VfB AG keinen Vorstandsvorsitzenden, der als direkter Vorgesetzter der Vorstände im täglichen Geschäft fungiert und einen Gegenpol zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats bildet?
• Beim FC Bayern München ist dies Karl-Heinz Rummenigge. Trotzdem gibt es eine öffentlich ausgetragene Dauerfehde zwischen der Vereinigung der Aufsichtsräte Deutschlands und Uli Hoeneß. Diese wirft ihm vor, als Aufsichtsratsvorsitzender in unprofessioneller Art und Weise Leitung und Kontrolle zu vermischen. Aus der Außensicht erfüllt Wolfgang Dietrich inoffiziell auch die Funktion des Vorstandsvorsitzenden, zumindest scheint er der erste Ansprechpartner von Michael Reschke zu sein. Wie professionell ist dann die Rolle von Wolfgang Dietrich beim VfB, wo es nicht mal einen Vorstandsvorsitzenden als Gegenpol gibt?

Fazit
Wie oben bereits ausgeführt standen wir sowohl bei der Wahl von Wolfgang Dietrich als auch bei der Ausgliederung auf einem konträren Standpunkt. Die Ausgliederung ist eine unumkehrbare Tatsache, die Präsidentschaft von Wolfgang Dietrich nicht. Alle VfB-Fans verdienen aus unserer Sicht einen professionell geführten VfB, in dem Kompetenz vor Ego geht, der transparent geführt wird, glaubwürdig und vertrauensvoll kommuniziert und der großen Worten auch Taten folgen lässt. Bei diesem VfB sind Posten und Pöstchen kein Selbstzweck, Gewohnheitsrecht und Seilschaften abgeschafft und sportliche Innovationen werden möglich, weil die richtigen Leute mit dem größten Fachwissen auf den entscheidenden Positionen sitzen. Erst dann wird man auch endlich aus dem Hamsterrad der permanenten Entlassungen ausbrechen können. Aktuell gibt es viel zu wenig von diesem VfB und zu viel Wolfgang Dietrich. Seine gremienbasierte Unterjochung des VfB Stuttgart muss endlich aufhören.
Die Mannschaft und die Kurve sind jetzt im Abstiegskampf gefordert, trotzdem ist es ebenfalls bereits jetzt nötig, deutlich Kante zu zeigen, denn diesen VfB wird es mit Wolfgang Dietrich als Präsident leider niemals geben.

Weitere Gedanken zum Thema finden sich auch in der Sonderausgabe des Cannstatter Blättle vom Hertha-Heimspiel.

Achtungserfolge

Vom: 01. Februar  2019

Als Achtungserfolg bezeichnet man gemeinhin einen kleineren Sieg, der im Gesamtzusammenhang keine größere Bedeutung hat. Damit lässt sich auch die aktuelle Situation der Fanszenen Deutschlands ganz treffend beschreiben. In der DFL-Versammlung wurde der Erhalt von 50+1 beschlossen und durch deutlich sichtbare Proteste in den Stadien scheint sich das Problem der Montagsspiele in der 1. und. 2. Bundesliga mit der nächsten TV-Rechtevergabe zu erledigen.

Trotz klarer Entscheidung zur Beibehaltung der 50+1-Regel, ist sie nach wie vor Angriffen ausgesetzt und auch der Weg von der Abschaffung der Montagsspiele hin zu generell fanfreundlichen Anstoßzeiten ist noch weit. Genau der richtige Zeitpunkt, nochmals an unsere Positionen zu erinnern:

Anstoßzeiten
• Montagsspiele müssen in allen Ligen abgeschafft werden. Keine englischen Wochen mehr. Freitags und im DFB-Pokal nicht vor 19.30 Uhr, am Wochenende nicht vor 14 Uhr, sonntags nicht nach 15.30 Uhr und Einhaltung der 300-km Klausel für Randspieltage.

50+1
• 50+1 faktisch und dem Sinn nach erhalten, keine Aufweichung, keine weiteren Ausnahmen. Die klare Position zu 50+1 ist von den Vereinen auch gegenüber dem Kartellamt zu vertreten.

Stadionverbote
• Verzicht auf das „Breitbandantibiotikum“ Stadionverbote. Vereine und Verbände maßen sich hier Zuständigkeiten weit über ihren Hausrechtsbereich hinaus an. Ein Stadionverbot ist eine Strafe ohne offenen Rechtsweg.

Sportgerichtsbarkeit
• Abkehr von der sogenannten Sportgerichtsbarkeit. Transparenz und Vergleichbarkeit der Strafen sind in der momentanen Praxis nicht ansatzweise gegeben.

Fanmaterialien
• Freigabe aller Fanmaterialien in allen deutschen Ligen. Verbote schaffen sinnloses Konfliktpotential.

Videobeweis
• Abschaffung des Videobeweises. Emotionen unter Vorbehalt entwerten das Stadionerlebnis.

Transparenz
• Des Weiteren müssen DFB, DFL und Vereine endlich offen, zeitnah und verbindlich zu fanrelevanten Themen kommunizieren. Beispielsweise muss das Abstimmungsverhalten bei Verbandssitzungen den Vereinsmitgliedern transparent gemacht werden. Ebenso wie anstehende Themen und Entscheidungen, nur so ist echte Meinungsbildung innerhalb der Vereine möglich.

Es hat gerade erst begonnen!

Die Fanszenen Deutschlands im Februar 2019

Sonderausgabe Cannstatter Blättle

Vom: 23. Dezember  2018

Aus aktuellem Anlass möchten wir an dieser Stelle nochmal auf das Cannstatter Blättle vom Hertha-Heimspiel verweisen. Wer zum Ende der Hinrunde einen Rückblick wagen oder ein Zwischenfazit ziehen will, findet hier vielleicht den einen oder anderen interessanten Denkanstoß.

Zur Sonderausgabe des Cannstatter Blättle

Sonderausgabe Cannstatter Blättle

Vom: 15. Dezember  2018

Zum heutigen Heimspiel gegen Hertha BSC haben wir eine Sonderausgabe unseres Cannstatter Blättle verteilt. In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick zurück auf die vergangenen zwei Jahre und versuchen uns an einer Zusammenfassung der Entwicklung unseres VfB Stuttgart. Es ist kein Geheimnis, dass wir in der jüngeren Vergangenheit mit einigen vereinspolitischen Entscheidungen nicht glücklich waren. Trotzdem wollen wir diese Veröffentlichung nicht als Nachtreten missverstanden wissen, sondern als Debattenbeitrag zur Bewertung der aktuellen Situation.

Zur Sonderausgabe des Cannstatter Blättle

Buchempfehlung: Erste Runde Vestmannaeyjar

Vom: 11. Dezember  2018

Unser Mitglied Markus Schmalz hat vor kurzem das Buch „Erste Runde Vestmannaeyjar – Mit dem VfB Stuttgart durch Europa“ veröffentlicht.

In diesem privaten Buchprojekt geht es um die Erlebnisse des Autors auf den Reisen zu internationalen VfB-Auswärtsspielen aus den letzten 20 Jahren. Insgesamt wurden 18 Europapokal-Spiele ausgewählt, über die in jeweils eigenen Kapiteln berichtet wird – von Vestmannaeyjar 1997 bis Rijeka 2013. Darüber hinaus wurden auch diverse Touren nach Italien sowie Länderspielfahrten in dem Buch verarbeitet.

Letzte Woche war Markus Schmalz beim Podcast „Nachspielzeit“ zu Gast und hat dort Einblicke in sein Buch und die Entstehung gegeben:

Das Buch ist am Fanstand in der Cannstatter Kurve sowie online unter www.blickfang-ultra.de erhältlich.

StoCCarda #11 ab sofort online bestellbar

Vom: 07. Dezember  2018

Ab sofort ist die neue Ausgabe des StoCCarda auch online erhältlich. Außerdem gibt es die Möglichkeit den Fankalender 2019 sowie die CD „Lieder der Cannstatter Kurve“ zu bestellen: https://freiraum.ultra-attitude.de/bestellung/

Mehr zum StoCCarda #11
Mehr zum Fankalender
Mehr zur CD „Die Lieder der Cannstatter Kurve“

Am Wochenende schreiben wir den 13. Spieltag der laufenden Saison, erneut ist der Alltag rund um das Neckarstadion eingekehrt – alles wie immer. Aber könnt ihr euch noch erinnern? Vor kurzem erst lag die vergangene Saison hinter uns. Viel hat sich rund um den VfB, die Cannstatter Kurve und das Commando Cannstatt getan, seit das letzte StoCCarda die Redaktion verlassen hat. Das letzte Jahr prägte unsere Gruppe auch abseits des Spieltags enorm. Höchste Zeit also, euch die neue Ausgabe des StoCCarda zu präsentieren. Auf 226 Seiten haben wir erneut die leidenschaftlichsten Momente der letzten Saison eingefangen, die sich kaum in Worte fassen lassen. Die neue Ausgabe gibt euch die Chance auf diese Zeit nochmals zurückzublicken – in aller Ruhe statt voller Hektik am Smartphone zwischen Tür und Angel. Wie üblich findet ihr in den folgenden Zeilen eine kurze Vorschau über bekannte Rubriken sowie neue Themen:

• Saisonrückblick aus Sicht der Cannstatter Kurve
• Kurvenberichte und Fotos der Saison 2017/2018
• Ausschnitte aus unserem Gruppenleben
• Rechtshilfeverein Solidarietà – Interview mit der Rechtsanwältin Angela Furmaniak
• Gedanken aus der Gruppe
• Themenblock: DFB-Proteste
• Besuch bei Freunden: Statements der Szene E sowie die aktuelle Situation und Eindrücke aus Cesena und Saint-Étienne
• Bilderseiten: Stuttgart on the Low
• In Erinnerung geblieben: Die große Commando Cannstatt Choreo-Chronik

Erwerben könnt ihr das StoCCarda ab dem Heimspiel gegen Augsburg für 6 € am Fanstand hinter der Cannstatter Kurve, bei unseren zahlreichen fliegenden Verkaufsteams rund um das Neckarstadion sowie in geraumer Zeit in unserem Online-Shop. Schlagt zu und sichert euch die 11. Ausgabe des StoCCarda!

Beteiligung am PODCAnnSTatt

Vom: 28. November  2018

Um noch etwas mehr Hintergründe zu den anstehenden Protesten liefern zu können, haben wir uns im Vorfeld des Heimspiels gegen den FCA am PODCAnnSTatt, dem VfB-Podcast der Stuttgarter Nachrichten beteiligt.
Reinhören lohnt sich also!

https://soundcloud.com/meinvfb/episode-46-vfbfca-feat-dannycommando-cannstatt

Die jüngsten Veröffentlichungen zu Super-League-Plänen und anderen geheimen Deals in den Hinterzimmern der Manager sollten auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt haben: Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun.

Finanzstarke Klubs umgehen im großen Stil Regelungen und werden bei ihren Bestrebungen nach immer mehr Profit ungeniert von führenden Funktionären hofiert und sogar noch vor Sanktionen geschützt. Die Schere zwischen arm und reich geht dabei immer weiter auseinander. Verlierer dieser Entwicklung sind neben den tiefer spielenden Vereinen der sportliche Wettbewerb im Gesamten und insbesondere wir Fans.

Es zählen vor allem Rendite und die Generierung von noch mehr Geld. DFB und DFL demonstrieren dies seit längerem, zuletzt unter anderem durch Anstoßzeiten fürs TV, die fundamental entgegen der Belange von uns Stadiongängern stehen. In allen oberen Ligen finden nun Spiele am Montagabend statt, seit letzter Saison sogar in der ersten Bundesliga. Diese Entwicklung darf von uns Fans nicht hingenommen werden, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines des finanziellen Profits.

Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Inzwischen gibt es eine Ankündigung, dass sich die in der DFL zusammengeschlossenen Vereine für eine Abschaffung der Montagsspiele ab der Saison 2021/22 ausgesprochen haben. Dies ist bislang jedoch nur eine lose Absichtserklärung, die außerdem nach aktuellem Kenntnisstand nur für die erste Liga und nicht für den kompletten deutschen Profifußball gilt. Die zweite und dritte Liga werden anscheinend außen vor gelassen. Zudem ist bislang keine Rede von den ebenso unter Kritik stehenden, fanunfreundlichen Spielansetzungen unter der Woche. Vor allem das Thema “englische Wochen” wird uns vermutlich noch aufs Heftigste beschäftigen. Aufgrund der Vergabe der Fußball WM 2022 nach Katar, welche bekanntlich im November und Dezember ausgetragen wird, steht uns in der Saison 2022/2023 möglicherweise ein wahrer Horror bevor. In einer ersten Prognose im “Spiegel” aus dem Jahr 2015 ist beispielsweise die Rede von einem echten Chaosspielplan mit einer deutlich zweistelligen Anzahl an englischen Wochen! Diesem Wahnsinn gilt es Einhalt zu gebieten! Wir werden uns nicht mit einem kleinen Bonbon, wie einer möglichen Abschaffung der erst im vergangenen Jahr neu geschaffenen Montagsspiele der ersten Liga, zufrieden geben. Sollte bei einer Abschaffung der Montagsspiele in der ersten Liga beispielsweise im Gegenzug eine neue, weitere fanunfreundliche Anstoßzeit geschaffen und der Spieltag weiter zerstückelt werden, so ist niemandem geholfen.
Das Problem der fanunfreundlichen Spieltagsansetzungen muss für alle betreffenden Ligen komplett auf den Prüfstand und in Gänze behoben werden.

Bereits in den vor einigen Monaten veröffentlichten und an DFB und die in der DFL organisierten Vereine übermittelten Positionspapieren der Fanszenen Deutschlands haben wir folgende Forderungen aufgestellt, von denen wir nicht abweichen werden:

• die komplette Abschaffung der “Englischen Wochen” mit Spielansetzungen von Dienstag bis Donnerstag
• die komplette Abschaffung der “Montagsspiele”
• bei Spielen am Freitag, sowie innerhalb der Woche im DFB-Pokal kein Anpfiff vor 19:30 Uhr
• kein Anpfiff vor 14 Uhr an Samstagen und Sonntagen
• die konsequente Einhaltung der sogenannten “300km-Regel”, wonach die Spielorte zweier Vereine die nicht an einem Samstag gegeneinander spielen, maximal 300km voneinander entfernt liegen sollen

Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.

Am 13.Spieltag hat die DFL erneut ein Erstligaspiel auf den Montagabend gelegt, zudem findet in der 3. Liga unter der Regie des DFB, wie fast jeden Montag, eine Partie statt. Am Wochenende rund um diesen Spieltag wird es daher zu bundesweiten Protesten in den Fankurven kommen:

Wir werden die komplette erste Halbzeit auf organisierten Support verzichten.

Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück!

Für den Beginn der zweiten Halbzeit haben wir eine kleine Aktion geplant, um dann geschlossen und kraftvoll mit dem Support zu starten. Bringt dazu bitte alle, wie es ohnehin üblich sein sollte, einen Schal mit und achtet auf die Ansagen der Vorsänger.

Mehr zum Thema findet ihr in den Positionspapieren der Fanszenen Deutschlands

Fankalender ab sofort online bestellbar

Vom: 05. November  2018

Ab sofort ist der Fankalender auch online erhältlich. Zudem gibt es die Möglichkeit die CD “Lieder der Cannstatter Kurve” zu bestellen: https://freiraum.ultra-attitude.de/bestellung/

Mehr zum Fankalender
Mehr zur CD “Die Lieder der Cannstatter Kurve”