Zum Inhalt springen

Redebeitrag von Bjarne auf der VfBMV 2026

Liebe VfBler,
auch in diesem Jahr möchte ich stellvertretend für das Commando Cannstatt die Möglichkeit der allgemeinen Aussprache nutzen, um zu einigen Themen Stellung zu beziehen und unsere Sichtweise darzulegen.

Der nun schon seit drei Jahren anhaltende sportliche Erfolg sowie personelle Konstanz geben uns die langersehnte Möglichkeit, in Ruhe strukturell zu arbeiten und den VfB zukunftsfähig aufzustellen.
Exemplarisch darf hierbei zunächst erneut die gute Arbeit der Satzungskommission genannt werden. Die heute zur Abstimmung stehenden Satzungsänderungsanträge sind allesamt sinnvoll ausgearbeitete Vorschläge. Wir geben daher unsere uneingeschränkte Zustimmung zu allen Anträgen.

Im Hinblick auf den AG-Vorstand begrüßen wir die personelle Neubesetzung nach den Abgängen von Thomas Ignatzi und Rouven Kasper. Die Machtfülle einzelner Akteure beim VfB sahen und sehen wir immer kritisch. Auch wenn wir grundsätzlich einen neuen Finanzvorstand bevorzugt hätten, betrachten wir die Berufung von Karsten Petry als positiv.
Da wir uns unter VfBlern bekanntermaßen duzen heißen wir dich, Karsten, auch von unserer Seite herzlich willkommen beim VfB. Wir wünschen dir einen guten Start und ein glückliches Händchen bei deinen Entscheidungen. Auch wenn unsere Vorstellungen und Zielsetzungen der, wie ihr sagen würdet, „Marke VfB“, höchstwahrscheinlich auch in Zukunft konträr zueinander verlaufen, erhoffen wir uns einen vertrauensvollen und von gegenseitigem Respekt geprägten Austausch, für den wir gerne bereitstehen.

Natürlich haben auch wir in den vergangenen Saisons den sportlichen Erfolg genossen und dabei den Fokus nicht mehr allzu stark auf unsere Kritikpunkte gelenkt. Bekanntermaßen macht man aber im Erfolg die größten Fehler, weswegen wir die heutige Mitgliederversammlung auch nutzen möchten, um erneut den Fokus auf ein altbekanntes Problem zu richten. Die personelle Besetzung des Aufsichtsrats. 2027 besteht die Möglichkeit, den Aufsichtsrat neu zu besetzen. Hierbei erwarten wir vom Präsidium einen transparenten und frühzeitigen Prozess, um personelle Wechsel einzuläuten und die bestmögliche Besetzung für den e.V. sicherzustellen. Tanja Gönner hat mit ihrem Wirken beim Verlust des AR-Vorsitzes jeglichen Kredit verspielt. Alexander Kläger und Tobias Röschl befinden sich durch Sponsoring im Fall von SAP, beziehungsweise Beteiligung im Fall von Jako, in einem fortwährenden Interessenskonflikt. Sie können aus unserer Sicht, unabhängig von ihrer persönlichen Qualifikation oder Überzeugung, niemals gänzlich die Rolle als e.V.-Vertreter ausfüllen. Hierfür müsst ihr, Dietmar, Andi und Stefan, Lösungen finden und den Mitgliedern transparent kommunizieren.

Grundsätzlich liegt es uns fern und gehört auch nicht zum Charakter einer Mitgliederversammlung, zu tief über Entscheidungen des sportlichen Tagesgeschäfts zu sprechen. Dennoch ist uns wichtig zu betonen: Natürlich freuen wir uns über Vertragsverlängerungen von Leistungsträgern und spannende Transferaktivitäten. Dennoch erwarten wir im Zusammenspiel von Vorstand und Aufsichtsrat vernünftige und von Weitblick getroffene Entscheidungen, die uns vor der altbekannten Champions-League-Falle bewahren. Neben unseren eigenen Erfahrungen sind Entwicklungen wie bei Schalke 04 oder Eintracht Frankfurt mahnende Beispiele, die wir bei allem sportlichen Erfolg nicht außer Acht lassen sollten.

Auch bei Entscheidungen im Kosmos der DFL und des DFB erwarten wir ein gut durchdachtes und dem VfB-Leitbild entsprechendes Auftreten der VfB-Gremien. Insbesondere bei Themen wie den unsäglichen Terminierungen, unser Pokalspiel in Rostock als bestes Beispiel, oder einer Positionierung zur Verbesserung, bestenfalls Abschaffung, des Videobeweises soll und darf der VfB als großer Traditionsverein gerne die Rolle des Zugpferds einnehmen.

Abschließend möchten wir den Blick kurz auf fanpolitische Themen richten. Zunächst gilt unser Dank allen VfBlern, die gemeinsam mit uns den Kampf für die Fankultur in Deutschland führen und wir bei Angriffen auf uns Fans, wie rund um die Innenministerkonferenz, an einem Strang ziehen. Große, eindrucksvolle Protestaktionen wie Schweigeminuten oder beispielsweise der gemeinsame Protest mit den Bayern-Fans beim Pokalfinale kommen initiativ natürlich aus unserer Hand, wären ohne den Zusammenhalt unter uns VfBlern im Stadion aber wirkungslos und würden verpuffen. Auch wenn wir in den kommenden Monaten wieder gemeinsam durch Europa reisen, werden uns Repressionen und Probleme erwarten, die wir gemeinsam durchstehen. Hierbei sind nicht nur wir Fans, sondern explizt auch die VfB-Gremien gefragt, um internationale Auswärtsspiele nicht zum andauernden Spießrutenlauf gegenüber UEFA, lokalen Sicherheitsbehörden und „gastgebenden“ Vereinen werden zu lassen.