Mitgliederversammlung

Vom: 11. Oktober  2015

Hallo VfBler,

heute ist es endlich soweit: Mitgliederversammlung. Allein dieses Wort reicht, um den Ruhepuls sofort merklich ansteigen zu lassen. Seit dem glücklichen, aber auch befreienden Sieg in Paderborn ist noch kein halbes Jahr vergangen, allerdings kann man sich beim besten Willen nur noch zaghaft an dieses wunderbar sorglose Gefühl in den Tagen und Wochen danach erinnern. Eine couragierte Pressekonferenz und einen, im Nachhinein wohl fatalen, Testspielsieg und zahlreiche Personalrochaden später war mal wieder eine beispiellose Euphorie rund um die Mercedesstraße zu spüren. Überall war die Rede vom neuen System, der revolutionären Art Fußball zu spielen, dem Konzept, das den VfB wieder erfolgreich machen soll. Ein etwas holpriger Pflichtspielauftakt im hohen Norden war rückblickend vielleicht der erste Warnschuss vor dem nachfolgenden katastrophalen Saisonstart. Nur 4 Punkte aus 8 Spielen und dazu Platz 18, Fehlstart nach Maß!
Allerdings wird die sportliche Situation nur eines der Themen sein, die auf der heutigen Mitgliederversammlung zur Sprache kommen werden, denn sowohl bei unserem VfB als auch im Fußballgeschäft generell zeichnen sich Veränderungen ab, die einzig und allein vom Wunsch nach noch mehr Geld im Fußballbusiness getrieben sind. In diesem Text wollen wir euch deshalb unsere Gedanken zu den Entwicklungen und Perspektiven unseres VfB etwas näher bringen. Natürlich sind wir auch heute wieder zahlreich vertreten und jederzeit für ein sachliches Gespräch zu haben.

Auf dem Platz
Die Bewertung des Saisonstarts dürfte momentan jeden VfBler umtreiben, die Meinungen sind dabei logischerweise so vielfältig wie die Eindrücke aus den ersten Partien der Saison. Auf der einen Seite muss man sicherlich gute Ansätze zur Kenntnis nehmen, es werden Chancen herausgespielt und Gegner unter Druck gesetzt, das hat man letzte Saison eher weniger gesehen. Man denke nur mal zurück an diese grausige Nullnummer in Köln. Dem entgegen stehen die katastrophalen Resultate und ein Trainer, der von sich selbst und seinem System manchmal etwas zu überzeugt wirkt. Da uns Fans in den letzten Jahren schon jede Menge Scheiße erzählt wurde, ist es auch ein Stück weit verständlich, dass die ersten Stimmen das Duo Dutt-Zorniger in Frage stellen. Alternativen sind nicht wirklich in Sicht und so dürfte der Großteil der Anhängerschaft weiter hin- und hergerissen sein. Eine starke Analyse der langjährig vernachlässigten Probleme beim VfB, ein massiver personeller Umbruch im Kader und in dessen Umfeld verursachten in der Sommerpause eine teilweise nicht mehr nachvollziehbare Euphorie, die dann nach bescheidenem Saisonstart und eher durchwachsenem Einstand der Neuzugänge bereits verpufft ist. An der Stelle könnte man vielleicht auch mal die Frage stellen, ob wir als Fans ebenfalls Teil des Problems sind, das würde aber zu weit vom Text wegführen.
Das Fazit kann also nur lauten, weiterhin kritisch zu bleiben und die Aussagen der handelnden Personen zu hinterfragen, wohlwissend dass diese im Zweifelsfall einen gewaltigen Informationsvorsprung gegenüber der Öffentlichkeit besitzen. In dem Zusammenhang sei auch mal gesagt, dass man entweder Alles oder Garnichts glauben kann, beides hat den schönen Nebeneffekt, dass einem die Arbeit des selbständigen Denkens abgenommen wird.
Aufgrund des heutigen Anlasses muss der Blick aber auch zurück ins Jahr 2014 gehen, steht doch die Entlastung des damaligen Vorstands Sport an. Sicherlich auch nochmal eine Möglichkeit die damalige Arbeit zu bewerten. Ob die erst 2015 erfolgte Entlassung von Hansi Müller aus dem Aufsichtsrat bei dessen Entlastung Eingang finden sollte, kann sicherlich jeder für sich selbst beantworten.

Blick in die Zukunft
Neben der ungewissen sportlichen Zukunft scheint der Weg des VfB, beziehungsweise der Weg des gesamten Profifußballs immer klarer. Mit gierigem Blick nach England soll immer mehr Geld generiert und in das System gepumpt werden, um dann schlussendlich in den Taschen überbezahlter Spieler und deren Berater zu fließen. Gehaltsobergrenzen sind offensichtlich sozialromantisches Teufelszeug, das man lieber dem US-Profisport überlässt.
Dabei wird auch geflissentlich ignoriert, dass der deutsche und der englische Pay-TV Markt nicht mal im Ansatz verglichen werden können. In Deutschland kommt der Monopolist Sky auf 4 Millionen Abos, in England bedienen die beiden Wettbewerber 15 Millionen Kunden.

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass der VfB sich strukturelle Veränderungen wünscht. Die Ausgliederung soll die Antwort sein, aber was genau war eigentlich die Frage? Brauchen wir mehr Geld? Warum brauchen wir mehr Geld? Haben wir nicht genug? Oder machen wir vielleicht nicht genug aus dem, was wir haben? Ein schneller Blick auf die Personaletats der letzten vier Jahre zeigt, dass diese nur sehr schwer mit den sportlichen Ergebnissen in Einklang zu bringen sind. Finanziell lag man ligaweit immerhin auf Platz 4 (2011/2012), Platz 6 (2012/2013) und in den letzten beiden Jahren jeweils auf Platz 7. Rausgekommen sind ein 6. Platz, ein 12. Platz, ein 15. und ein 14. Platz. Im Schnitt schneiden wir also mal eben sechs Plätze schlechter ab als wir nach unserem Personaletat eigentlich sollten. Wo bleibt die Antwort darauf?
Vielleicht ging es bei der Frage ja auch um die Mitbestimmungsmöglichkeiten im Verein, ist bestimmt nervig sich regelmäßig vor diesen Mitgliedern rechtfertigen zu müssen.
Nach unserem Kenntnisstand will der VfB eine Zukunftswerkstatt initiieren, die sich mit Fragen und Problemen möglicher struktureller Veränderungen auseinandersetzen soll. Diesem Angebot werden wir uns sicherlich nicht verschließen, auch wenn es nicht unser Anspruch ist, das optimale Finanzierungsmodell für den VfB zu finden. Unser Ziel ist die Wahrung beziehungsweise der sukzessive Ausbau von Mitgliederrechten beim VfB. Wir wollen unsere Stimme als Fans nicht einfach abgeben, vor allem nicht, wenn um die Ecke schon wieder die nächste Kröte lauert, die alle Fußballfans schlucken sollen.
Die Rede ist natürlich von der Zerstückelung der Spieltage zu Gunsten von mehr konkurrenzfreien Livespielen im Pay-TV. Auch Montagsspiele sollen für die erste Liga kein Tabu mehr sein. Für viele VfB-Fans ist schon ein Heimspiel an einem Werktag mit erheblichem Aufwand verbunden, von Auswärtsspielen ganz zu schweigen. Eine weitere Ausdehnung auf den Sonntag dürfte noch mehr Fans vor die schwierige Wahl zwischen Stadion/TV oder dem sonntäglichen Gang auf den Sportplatz, ob als Spieler, Trainer oder Zuschauer, stellen. Blickt man etwas tiefer stellt sich auch recht schnell die Frage nach der Nachhaltigkeit. Ohne Zweifel ist die Bundesligakonferenz am Samstag ein attraktives Produkt und wenn der VfB mal nicht spielt, schaut oder hört man da gerne mal rein. Logischerweise lebt die Konferenz aber von der Gleichzeitigkeit, eine weitere Zerstückelung bringt dann eben so attraktive Partien wie den Südgipfel Hoffenheim gegen Ingolstadt hervor. Bedenkt man, dass letzte Saison gerade mal eine vierstellige Anzahl Pay-TV Zuschauer Leverkusen gegen Wolfsburg sehen wollte, kann man recht schnell zu dem Eindruck kommen, dass die Schraube hier schnell überdreht ist, denn auch Leverkusen gegen Darmstadt und Wolfsburg gegen Ingolstadt erzielten eine ähnlich desaströse Quote.

Es ist also höchste Zeit für eine Richtungsdiskussion. Wie soll der VfB der Zukunft aussehen? Welche Rolle gesteht er seinen Mitgliedern und Fans zu? Wie sieht sich der VfB im Profifußball? Soll der VfB ein mündiger Verein sein, der sich auch mal bewusst gegen etwas stellt, seien es jetzt neue Anstoßzeiten oder auch nur irgendeine Bild-Kampagne? Das sind die entscheidenden Fragen für die Zukunft unseres VfB!

Spruchband beim Heimspiel gegen Schalke

Vom: 21. September  2015

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Keine Plattform für die BILD! – Die Hetzer von gestern sind die “Helfer” von heute und die Hetzer von morgen!

Auch an uns ging die Diskussion über das unsägliche Verhalten der BILD in der vergangenen Woche natürlich nicht vorbei. Dieses obskure Sammelsurium aus hirnlosen Schlagzeilen, fragwürdigen Thesen, Geschmacklosigkeiten und Tittenbildern schaffte es doch tatsächlich sich unter dem Deckmantel der Flüchtlingshilfe einen Platz auf dem Ärmel aller Vereine der 1. Bundesliga zu ergaunern, während in der 2. Bundesliga die Mehrheit der Vereine nicht mitmachte. So blieb es mal wieder an der Cannstatter Kurve die richtigen Worte zu finden und die BILD als das zu bezeichnen was sie ist: Ein Hetzblatt, das sein Fähnchen für PR und Quote in jeden Wind hängt.

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Die vergangene Saison war sicherlich eine der intensivsten, wenn nicht sogar die intensivste seit Gründung des Commando Cannstatt im Jahr 1997. Eben dies spiegelt sich auch im neuen StoCCarda wider. Reihenweise hochemotionale, groß dargestellte Fotos und viele leidenschaftliche, in Herzblut getränkte Texte. Wer diese kranke Saison noch einmal Revue passieren lassen möchte, ob nun heute oder in einigen Jahren, dem möchten wir unser Saisonheft ans Herz legen.

Beim kommenden Heimspiel gegen den FC Schalke kann das neue StoCCarda am Fanstand sowie bei unseren fliegenden Händlern hinter der Cannstatter Kurve erworben werden.

Die Seitenzahl beläuft sich diesmal wieder auf beachtliche 268 Seiten. Inhaltlich wurde auf reichlich Abwechslung gesetzt, sodass es bei weitem nicht nur der Abstiegskampf ist, der diese Ausgabe ausmacht. Hier wie üblich eine kurze Vorschau:

    – Kurvenberichte & Fotos von allen Pflichtspielen der Saison 2014/2015 aus Sicht des CC97
    – Gesprächsrunde mit verschiedenen Vertretern der Cannstatter Kurve (Fanclubs, S02, Neckar-Fils, CC97)
    – Neue Rubrik “In Erinnerung geblieben”, zu Beginn mit den denkwürdigsten Gegnerauftritten im Neckarstadion sowie den denkwürdigsten Pöbelspruchbändern des CC97
    – Leserbrief: Unsere Vereinsführung und ihre Politik – ein Saisonrückblick von A-Z.
    – Besuch bei Freunden: Großer Reutlingen-Themenblock anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Freundschaft zur Szene E sowie diverse Eindrücke von unseren Besuchen in Cesena und Saint Etienne.
    – Abstiegsgedanken: großer Stimmenfang bei unseren Freunden und in unserer Gruppe
    – Saisonrückblick aus Sicht unserer Rechtsanwältin Angela Furmaniak
    – Ausschnitte aus dem Gruppenleben des CC, u.a. zu den Feierlichkeiten zum 18. Geburtstag des Buddy
    – “Jeder Einzelne ist der 12. Mann!” – der neue Leitsatz der Cannstatter Kurve

Zuschlagen, lesen, bewundern, schwelgen – Cannstatter Kurve feiern!

Wir freuen uns wie immer über jede Kritik.

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Man musste ihn nicht mögen, VfBler war er trotzdem. RIP MV!

Unser Verhältnis zum verstorbenen VfB-Präsidenten Gerhard Mayer Vorfelder war stets geprägt von Konflikten, die oftmals auch mit sehr harten Bandagen geführt wurden. Diesen Umständen zum Trotz wollten auch wir unseren Anteil zur Verabschiedung des langjährigsten aller VfB-Präsidenten beitragen und zeigten obiges Spruchband, denn mit dem Tod hört schließlich alle Feindschaft auf. Natürlich dürfen auch posthum kritikwürde Handlungsweisen und Aussagen nicht in Vergessenheit geraten, es muss aber möglich sein, jeden Menschen in Frieden und Würde gehen zu lassen. RiP MV.

Video der 10. Karawane Cannstatt

Vom: 24. August  2015

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Rückblick 10. Karawane Cannstatt

Vom: 18. August  2015

Hallo VfB-Fans,

die 10. Karawane Cannstatt ist Geschichte und wir wollen uns bei allen VfB-Fans bedanken, die gemeinsam mit uns vom Cannstatter Bahnhof zum Neckarstadion gezogen sind. Trotz des bescheidenen Wetters konnte die Teilnehmerzahl des Vorjahres erreicht werden, so dass erneut eine beeindruckende Menge VfB-Fans bei lauten Gesängen über die Mercedesstraße lief.

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Zum Jubiläum hatten wir das erste Mal ein Vorprogramm organisiert, um uns bei Live-Musik und kurzen Ansprachen gemeinsam auf das erste Heimspiel einzustimmen. Der gut gefüllte Cannstatter Bahnhofsvorplatz trotz anfänglich schlechtem Wetter zeigt uns, dass das ganze recht gut ankam. Ein großes Dankschön geht an die Begbie Boys, die nicht nur den passenden Soundtrack für die Biertrinkerszene beisteuerten, sondern mit adaptierten Kurvenliedern Lust auf mehr machten.

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Diese positiven Eindrücke wurden getrübt durch zwei negative Punkte. Erstens das massive Zünden von Böllern in der Menschenmenge, durch das die eigenen Leute gefährdet wurden. Zweitens das respektlose Verhalten nicht weniger Zuschauer am Rand der Strecke, die für ein exklusives Selfie oder verwackeltes Handyvideo direkt vor der Karawane rumhüpften und den Ablauf massiv störten. Wir werden uns für die 11. Karawane überlegen wie wir diese Themen angehen können.

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Bis dahin nochmal vielen Dank an alle VfB-Fans fürs Kommen und Mitlaufen!

Jeder Einzelne ist der 12. Mann!

Trailer Karawane Cannstatt 2015

Vom: 03. August  2015

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Mit Verwunderung haben wir den Artikel “VfB-Fans kehren U23 den Rücken zu” von Gregor Preiss in den heutigen Stuttgarter Nachrichten zur Kenntnis genommen. Wir haben uns gegenüber Herr Preiss nicht zur Thematik geäußert und befinden uns auch nicht in einem Konflikt mit dem VfB Stuttgart wegen einer angeblichen Doppelmoral in der Sportpolitik seiner Reservemannschaft. Wir besuchen die Spiele der U23 aus diversen Gründen nur im absoluten Ausnahmefall. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und bedürfen keiner öffentlichen Diskussion.

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