KOBRA e.V.
Unser erster Spendenempfänger während des Kalenderverkaufs 2026 ist KOBRA e.V. Die Antworten von KOBRA e.V. werden von den Mitarbeitern aus unterschiedlichen Perspektiven gegeben.
Commando Cannstatt: Welche Herausforderungen begegnet Euch in Eurem Arbeitsalltag und wie geht Ihr damit um?
KOBRA e.V.:
- Beratung: Eine der zentralen Herausforderungen besteht darin, Menschen in Krisensituationen mit unterschiedlichsten Belastungen in oft hoch komplexen und emotional belastenden Lebenssituationen zu unterstützen und beständig den Kinderschutz im Blick zu behalten. Die Vielschichtigkeit der Fälle, begrenzte Ressourcen und die Zusammenarbeit und Vernetzung mit verschiedenen Systemen stellen dabei besondere Anforderungen dar.
Umgang: Bezug auf eine wertschätzende, empathische und kinderschutzorientierte Haltung. Auch in komplexen Situationen Strukturen schaffen, reflektierte, transparente Entscheidungen treffen und sorgfältig priorisieren, bei Bedarf andere Fachstellen hinzuziehen und Austauschformate (Klein-Team- und Supervision, …) zur Absicherung meines Handelns nutzen. - Beratung: Eine Herausforderung ist für mich auszuhalten, dass der Bedarf an Unterstützung/Beratung/Begleitung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien bzw. Bezugspersonen (auch Fachkräfte) über die Jahre in Form von Anfragen ansteigt, wir hier aber nur begrenzte Kapazitäten haben. Also z.B. nicht über den eigentlichen Feierabend hinaus noch einen Spättermin anzubieten o.Ä.. Hilfreich im Umgang damit ist immer wieder eine Auseinandersetzung mit der Abgrenzung durch Austausch darüber mit Kolleg*innen, Psychohygiene und klar definierte Zeitfenster im Kalender.
- Verwaltung: Als Person aus der Verwaltung, die auch mit den Erstkontakten befasst ist, besteht die Herausforderung darin, für die oftmals aufgewühlten Hilfesuchenden ein zugewandtes und Ruhe ausstrahlendes Gegenüber zu sein. Hilfreich, um mit den Belastungen umzugehen, ist ein ebenso zugewandtes Team, ein intaktes privates Umfeld sowie die Überzeugung, einigen, wenn auch nicht allen, die sich an KOBRA e.V. wenden, weiterhelfen zu können.
- Beratung: Teilweise knappe Ressourcen für viele (anspruchsvolle) Anfragen. Umgang damit: Psychohygiene mit Kolleg*innen, Rückmeldungen von Klient*innen einholen.
- Beratung/Leitung: Eine Herausforderung sind die knappen Ressourcen in der psychosozialen Landschaft (z.B. fehlende Therapieplätze, nicht ausreichende Unterstützung für Familien im Alltag z.B. bei der Kinderbetreuung, zu wenig passende und in der Thematik einsetzbare Sprachmittlung, etc.) in der Begleitung neben dem Beratungsangebot bei KOBRA e.V. bzw. im Anschluss an die Beratung und Stabilisierung bei KOBRA e.V. Wichtig ist diese Situation, vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen von Land und Kommune, immer wieder sichtbar zu machen. Aber auch in Vernetzung und Austausch zu sein um doch immer wieder (kreative) Lösungen im Sinne der Klient*innen zu finden.
Kulturinsel Stuttgart
Der zweite Spendenempfänger ist die Kulturinsel Stuttgart gGmbH. Die Fragen werden von Joachim Petzold (Geschäftsführung) beantwortet.
Commando Cannstatt: Hallo Joachim, welche Vision verfolgt ihr mit diesem Ort kulturell, sozial und städtebaulich?
Joachim Petzold: Unsere Vision ist ein lebendiger Ort, der zeigt, wie Stadt auch anders geht: vielfältig, gemeinschaftlich und zukunftsfähig.
Die Kulturinsel ist ein offener Raum für Subkultur und Nachbarschaft, für junge und alte Menschen, für Begegnung, Bildung und Teilhabe. Was früher der Club Zollamt war, ist heute ein solidarisches Quartierszentrum – und ein sozialer Anker zwischen dem bestehenden Veielbrunnenviertel und dem neuen Stadtteil Neckarpark.
Mit unserem urbanen Quartiersgarten Inselgrün schaffen wir zugleich konkrete Klimaanpassung, auch in unserer Gesellschaft: Schatten für alle, weniger Hitze, mehr Biodiversität – und ein Ort, an dem Nachbarn, Schüler, der Kindergarten gemeinsam gärtnern, lernen, lachen, Verantwortung übernehmen.
Und wenn wir diesen Ort sinnvoll erhalten, kann daraus nach der Kernsanierung für 50+ Jahre ein einzigartiges Modell entstehen – mit einem inklusiven VfB-Biergarten, einem Bildungszentrum, mit echten Partnerschaften zwischen Zivilgesellschaft, Industrie, Wissenschaft und Sport.
Unser Ziel: ein Quartier, eine Stadt, in der alle dazugehören, egal aus welcher Schicht von 1-111 Jahren. Bei uns zählt, wer du bist, nicht was du bist oder wo du herkommst, genau wie beim VfB.
Und wir freuen uns über alle, die diesen Weg mit uns gehen – auf der Insel, im Viertel, im Stadion.
Ambulante Hilfe e.V.
Der dritte Spendenempfänger ist die Ambulante Hilfe e.V. Die Interviewpartnerin ist Schirin Ziesing (Sozialarbeiterin (BA)).
Commando Cannstatt: Hallo Schirin, mit welchen Herausforderungen habt Ihr aktuell zu kämpfen z.B. hinsichtlich der Finanzierung, Politik, etc.?
Schirin Ziesing: Als Ambulante Hilfe e.V. stehen wir aktuell wie viele soziale Träger vor großen finanziellen Herausforderungen. Als freier Träger der Wohnungsnotfallhilfe unterstützen wir wohnungslose und armutsbetroffene Menschen durch Beratung, Wohnmöglichkeiten, Straßensozialarbeit und einer Tagesstätte. Dafür erhalten wir von der Stadt Stuttgart eine anteilige Refinanzierung. Allerdings bleibt ein Eigenanteil von ca. 20% bei uns, den wir durch Spenden aufbringen müssen, um unsere Arbeit weiter machen zu können. Durch steigende Kosten in nahezu allen Bereichen ist auch unser Eigenanteil immer höher geworden und jedes Jahr aufs Neue ist es eine Herausforderung diesen zu stemmen und nur durch Spender*innen möglich. Neben der ohnehin bestehenden finanziellen Herausforderung, wurden nun von der Stadt Stuttgart weitere massive Einsparungen und Kürzungen im sozialen Bereich angekündigt, von der auch die Wohnungsnotfallhilfe betroffen ist.
Die Planungsunsicherheit lähmt uns in unserer Arbeit. Neue Projekte, die den Bedarfen der Menschen entsprechen, können nicht verwirklicht werden. Ob die bestehenden Angebote und unsere Vereinsstruktur bestehen bleiben kann, ist unklar. Schon jetzt arbeiten wir am Limit und machen trotz aller Bemühungen finanzielle Verluste.
Die politische Stimmung, die Einsparungen im sozialen Bereich legitimiert, existenzielle Leistungen in Frage stellt, strukturelle Probleme individualisiert und von Sanktionen träumt, macht uns ebenfalls große Sorge. Wohnen ist ein Grundrecht und darf niemals in Frage gestellt werden!
Eine Spende an die Ambulante Hilfe e.V. ist Hilfe, die ankommt. Durch unsere selbstverwaltete Organisationsstruktur halten wir unsere Verwaltungskosten so gering wie möglich. So kommen die Spendengelder genau dort an wo sie gebraucht werden: bei der Arbeit für Menschen in Armut und Wohnungsnot.
Vielen Dank an alle drei Spendenempfänger für die Antworten.
Wir wünschen der KOBRA e.V., der Kulturinsel und der Ambulanten Hilfe e.V. ein gutes und erfolgreiches restliches Jahr 2025.
Es sind noch ein paar Kalender auf Lager. Nutzt die Chance rund um die letzten drei Heimspieltage im Jahr 2025 und kauft Euch bei den fliegenden Verkaufsteams einen Fankalender für den guten Zweck. Alternativ könnt Ihr im VfB-Onlineshop sowie in den VfB-Fanshops (Fan-Center im Carl-Benz-Center, Fanshop in den Königsbau Passagen und Fanshop Breuningerland Ludwigsburg) oder bei uns im Onlineshop (https://shop.cc97.de/) einen Fankalender erwerben.
Unterstütze auch Du unsere drei Spendenempfänger und sichere Dir den Fankalender 2026!

