Hintergrundinfo 2007/08
VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld 2:2
Zum Saisonabschluss zeigte das Commando Cannstatt eine Block-Choreo unter dem Motto "Landeshauptstadt Stuttgart". Es gab schon viele Aktionen rund um unseren VfB; nun war es an der Zeit, auch mal eine Hommage an unsere geliebte Heimatstadt auszusprechen. Bei der Aktion wurden die Blöcke 31 und 32 mit verschiedenen Stilmitteln in die schwarz-gelben Farben Stuttgarts gehüllt. Vor dem Block prangte ein Banner mit der Skyline unserer Stadt, vor dem A- und B-Block ein Banner mit der Aufschrift "Landeshauptstadt". Teil 1 der Aktion bildeten 9 Streifenblockfahnen, von denen eine in der Mitte unser Stadtwappen, das Stuttgarter Rössle, zeigte. Weitere 4 bildeten einen 0711-Schriftzug. Bei Teil 2 der Aktion gingen alle Blockfahnen außer die mit 0711-Schrift runter und es kamen gelbe Folien-Doppelhalter mit Rössle, schwarze und gelbe Tifo-Fähnchen, Stoff-Doppelhalter mit Themenbezug "Stuttgart City" sowie gelbe und schwarze Luftballons zum Vorschein. Leider war die 0711-Schrift in Teil 2 der Aktion nicht mehr zu erkennen. Dafür ergab der Mix aus verschiedenen Materialien ein lebhaftes Bild.
Neben der Choreo gab es noch Spruchbänder von den Gruppen Schwabensturm und Leintal Power für Silvio Meißner, der heute zum letzten Mal im Neckarstadion auflief, sowie ein Spruchband der Gruppe Supporter Boyz für den abstiegsbedrohten FC St. Gallen, mit denen die SB Kontakte haben.
VfB Stuttgart - FC Hansa Rostock 4:1
Die aktuelle Thematik der geplanten Namensänderung unseres Stadions, das in „Mercedes-Benz-Arena“ umbenannt werden soll, wurde mit obigem Spruchband aufgegriffen. Sponsorennamen von Stadien sind die eine Sache, die in Deutschlands Kurven schon zur Genüge thematisiert wurden, es ist uns allerdings völlig unverständlich, wieso man dem „Arenawahn“ anderer Städte hinterher rennen muss anstatt die Bezeichnung Stadion zu erhalten. Oder möchte man damit ausdrücken, dass der Profifußball die Gladiatorenkämpfe der Neuzeit sind? Zentrale Forderungen zum Umbau der Cannstatter Kurve wie ausreichend Zaunfahnen-Plätze vor der neuen Kurve, der Verzicht auf Logen in der Kurve und der Erhalt des Namens „Cannstatter Kurve“ als absolutes Identifikationsmerkmal haben wir am Samstag mit einem weiteren Spruchband verdeutlicht.
Mehr Infos dazu findet ihr auf der Seite des VfB Anhängerverbandes unter www.vfb-av.de, der in Sachen Stadionumbau die Meinung der VfB-Fanszene vertritt.
Eine kleine Aufmunterung gaben wir den Ultras aus Cesena mit auf den Weg, zu denen Kontakte bestehen und die uns beim Spiel gegen Dortmund besuchten. Obwohl natürlich rein gar nichts passiert ist und rechtlich gesehen das Stadionverbot im Ausland nicht gilt, wurden die Stadionverbote gegen einige der Jungs verlängert und Meldeauflagen verhängt mit der Begründung, dass sie beim Spiel VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund anwesend waren. Der Repressionsapparat scheint auch über die Grenzen hinweg zu funktionieren und versucht mit immer neuen Methoden die Ultrabewegung aus den Stadien zu verbannen. Niemals aufgeben, Ultras Cesena! Diffidati con noi – Ultras liberi!
Ein weiteres Spruchband gab es von der Gruppe Red Hots, die vor der Horrorvorstellung von Sponsoren in Vereinsnamen warnten.
VfB Stuttgart - Karlsruhe 3:1
Die für dieses Spiel geplante Choreo musste leider kurz vor dem Derby abgesagt werden. Als Hauptelement der Choreo, die nach dem Berlin-Spiel die zweite große Kurvenshow des Jahres werden sollte, war ein ganz besonderer Effekt geplant. Für die Genehmigung dieses Effekts, der den zentralen Blickfang und unverzichtbaren Hauptteil der Choreo darstellen sollte, wurden uns allerdings unerwartet viele bürokratische Stolpersteine in Form von notwendigen technischen Nachweisen und Zertifikaten in den Weg gelegt, die eine rechtzeitige Fertigstellung der Choreo unmöglich machten. Und eine alternative Ersatz-Choreo auf die Schnelle hätte nicht unseren Ansprüchen entsprochen. So bildeten statt einer Choreo diverse Rauchsäulen und Spruchbänder den optischen Part.
"Trikots an, die Birne mit Alk schon zugeknallt - Rheinfire super, da seid ihr dabei" zitierte den Originaltext eines Karlsruher HipHop-Songs.
Die Poser- und Suffgruppe, die gerne mit gefährlich aussehenden Mobfotos auf sich aufmerksam macht, abseits der Gruppenkamera aber mit diversen Peinlichkeiten glänzt, bekam auch noch ihr Spruchband gewidmet.
Die weiteren Spruchbänder sind wohl selbst erklärend. Ein großer Dank geht an unsere Mannschaft, die die Blamage vom Hinspiel ausgebügelt und dieses wichtigste Spiel des Jahres gewonnen hat. Derbysieger!!!
VfB Stuttgart - Hertha BSC Berlin 1:3
"Was lange währt, wird endlich gut" hätte man heute sagen können, denn nach über 2 Jahren kam eine zum damaligen Zeitpunkt angefangene und immer wieder verschobene Choreo nun endlich zum Einsatz. Das Motto "Cannstatter Kurve" war eine Hommage an unsere Heimat und ihren altehrwürdigen Namen, der ein absolutes Identifikationsmerkmal für unsere Fanszene darstellt. In Zeiten der Total-Kommerzialisierung, in denen Vereine Leib und Seele verkaufen, ist ein solcher traditioneller Kurvenname leider keine Selbstverständlichkeit mehr und verdient es deshalb umso mehr gewürdigt zu werden.
Die Choreo konnte sicherlich weder neue Maßstäbe setzen noch durch besondere Effekte glänzen. Sie gab eher ein traditionell gehaltenes Bild ab. Leider erzeugte das Fahnenmeer im unteren Teil der Kurve nicht die gewünschte optische Geschlossenheit. Auch die Anzeigetafel, die von uns wieder mit einer Grafik in die Choreo einbezogen wurde, konnte im Gegensatz zur 10-Jahreschoreo diesmal nicht markant hervorstechen und war zudem durch die Anordnung der Blockfahnen etwas nach links versetzt platziert.
Positiv war, dass die gesamte Choreo lange hochgehalten wurde und der Schriftzug Cannstatter Kurve angesichts der bekannten Problematik mit der flachen, weitläufigen Kurve recht gut zu erkennen war. Erstmals setzte man Blockfahnen über die gesamte Breite der Kurve ein.
VfB Stuttgart – Borussia Dortmund 1:2
Das Spiel gegen Dortmund bildete in Sachen Repression mal wieder einen neuen Negativhöhepunkt. Zunächst wurden bereits vor dem Spiel 3 unserer Gäste der Gruppe Weisschwarz Brigaden Cesena 1981, die uns gegen Dortmund besuchten (siehe Bericht im Cannstatter Blättle), grundlos in Gewahrsam genommen und einzeln mit Nummer in der Hand abfotografiert. Das schwere Verbrechen, dass die Jungs begangen haben, war, dass sie mit uns vor den VfB-Fanräumen standen... Erinnerungen wurden wach an das Spiel gegen Reutlingen vor einem Jahr, als unsere Reutlinger Freunde gleich nach ihrer Ankunft eine ähnliche Prozedur erleiden mussten. Die Frage, ob solche Maßnahmen „Routinekontrollen“ sind oder einfach Schikane gegen Freunde von uns, um uns zu provozieren, darf sich jeder selbst beantworten.
Polizeimaßnahme gegen VfB-Fans
Nach dem Spiel wurden dann ca. 150 VfB-Fans, ebenfalls vor den Fanräumen, von der Polizei eingekesselt. Diese Maßnahme begründete die Polizei damit, dass nebenan auf der Mercedesstraße ein paar VfB-Fans einem Dortmund-Fan eine Fahne gezogen haben. Nun gäbe es 150 Tatverdächtige, von denen jeder einzelne durch eine Polizeikette an einem Polizeifahrzeug vorbeilaufen musste, in dem der Dortmund-Fan saß und wie bei einer Gegenüberstellung auf den Täter zeigen musste. Nicht zu erwähnen braucht man, dass der Täter natürlich nicht gefunden wurde... und 150 VfB-Fans dafür über eine Stunde festgehalten und am Nachhausegehen gehindert wurden.
Gemeinsames Essen nach dem Spiel
Trotz der stetig steigenden Repression gab es gestern auch Positives zu berichten. Das neue Label der Cannstatter Kurve „Freiraum – Ultra Attitude“ ist hervorragend angelaufen und die Cannstatter Kurve-Kapuzenpullis waren gleich am ersten Verkaufstag ausverkauft! Ein großes Dankeschön an alle! Dieser Erfolg bestätigt die Rückkehr des Fanwagens an seinen alten Platz in der Cannstatter Kurve, wo seitdem nicht nur Kollektionsartikel erworben werden können, sondern auch Fans miteinander ins Gespräch kommen und die Kurve einen Anlaufpunkt gefunden hat.
Gemeinsames Essen nach dem Spiel
VfB Stuttgart – Leverkusen 1:0
1 Monat – 7300 km – 0 Punkte
Wollt ihr uns verarschen?
Dieses Spruchband bezog sich auf die Auswärtsspiele der letzten vier Wochen in Bremen, Rostock, Hamburg und Glasgow, wo genauso wie bei den Auswärtsspielen zuvor in dieser Saison kein einziger Punkt geholt wurde. Wir aktiven VfB-Fans haben in einem Monat über 7000 Kilometer (die meisten von uns in Bussen) zurückgelegt und Hunderte von Euro ausgegeben, um unseren VfB zu unterstützen – und sind jedes Mal ohne Punkte wieder nach Hause gefahren. Da sitzt der Frust natürlich tiefer als bei anderen Leuten, die nur die Heimspiele besuchen. Erfreulicherweise scheint die Botschaft Wirkung gezeigt zu haben und es konnten drei wichtige Punkte gegen Leverkusen eingefahren werden.
Wer ist die Macht vom Fernsehturm?
Nur der SSV!
Ein spöttisches Spruchband in Richtung Degerlocher Kickers, untermalt mit der Szene E-Fahne links daneben. Den Schlachtruf "Wer ist die Macht vom Fernsehturm? Nur der SVK!" bekommt man ab und zu im Waldaustadion zu hören (wenn man denn überhaupt mal was hört). Von dieser "Macht" war beim Spiel letzte Woche gegen unsere Freunde aus Reutlingen nicht viel zu spüren, als die Blauen Bomber vor ihrem eigenen Stadion den Rückwärtsgang einlegen mussten und einige Reutlinger zur Krönung noch im Heimblock ihr Unwesen trieben... Stuttgart bleibt Rot!
Hamburger SV - VfB 4:1
G¨steblock vor dem 3:0
Alle fünf Auswärtsspiele verloren, alle internationalen Spiele verloren, lange Reisen in den letzten Wochen (Berlin, Glasgow, Bremen, Rostock, Hamburg) ohne einen einzigen Punkt, dazu das verlorene Derby in Karlsruhe, und nun mit einer erbärmlichen Leistung nach einer halben Stunde bereits 0:3 in Hamburg zurückgelegen – da platzte dem mitgereisten VfB-Anhang der Kragen. Nach dem 0:3 in der 34. Minute verließ unsere Gruppe den Gästeblock und verbrachte den Rest des Spiels draußen. Natürlich werden wir auch weiterhin voller Stolz für unsere Kurve, für unsere Stadt und unseren Verein singen, egal was die 11 Angestellten auf dem Platz für einen Scheiß zusammenspielen. Weil wir Ultras sind und unsere Liebe zu unserem Verein (nicht zur Mannschaft = nur Angestellte!), zu unserer Kurve und Stadt auf den Rängen entfachen wollen. Weil wir auch unsere eigene Leistung im Wettkampf mit gegnerischen Kurven messen, weil wir unser Ziel einer vom sportlichen Erfolg unabhängigen lautstarken Kurve erreichen und bei jedem Spiel unsere Farben würdig vertreten wollen – wenn schon nicht die Spieler auf dem Platz, dann wollen wenigstens wir das Duell auf den Rängen gewinnen. Doch manchmal – so wie gestern in Hamburg – ist ein Punkt erreicht, an dem einfach mal der Frust raus muss.
Gästeblock nach dem 3:0
Gästeblock nach dem 3:0
VfB - Energie Cottbus 3:0
Einziger optischer Akzent des heutigen Tages war ein zweiteiliges Spruchband der Supporter Boyz gegen die fanfeindlichen Reformpläne der DFL:
Anstoßzeit 13 Uhr? Hin- und Rückspiele im DFB-Pokal? Ausweitung des sinnlosen Ligapokals? Das alles für eine bessere TV-Vermarktung? Mit eurer Gier nach Geld tötet ihr des Fußballs Seele! Nicht mit uns! Gegen die Reformen der DFL!
Dieses Spruchband wurde vom Verein im Vorfeld verboten, obwohl es keinerlei Beleidigungen enthält und nur eine freie Meinungsäußerung darstellt. Als Gründe wurden unter anderem angeführt, dass die Themen "zur Zeit nicht so relevant" seien. Es seien ja alle weiten Auswärtsspiele des VfB momentan samstags, der Ligapokal sei vorbei und werde sowieso reformiert usw. Ganz nach dem Motto: Aktionen der Fans sind uns solange recht, wie man sie (wie zum Beispiel die Engel-Choreo gegen Glasgow) zu Werbezwecken nutzen kann, ansonsten sollen sie brav den Mund halten und ja keine Kritik üben. Dabei wird in diesem Fall noch nicht einmal der Verein kritisiert, sondern lediglich Position zu allgemeinen Fußballthemen bezogen, die alle Fans betreffen. Wenn man nicht mal mehr dazu seine Meinung äußern darf, dann ist es weit gekommen! Das Spruchband fand trotzdem den Weg ins Stadion. Wir sind keine Angestellten des Vereins, denen man vorschreibt was sie zu sagen haben, sondern die Fans aus der Cannstatter Kurve, die sich das Recht auf freie Meinung nicht verbieten lassen!!!
Support
VfB - MSV Duisburg 1:0
Intro
"Chaos Cannstatt" hieß das optische Motto beim Heimspiel gegen Duisburg. Zusätzlich zum bekannten Fahnenmeer aus Schwenkfahnen und Doppelhaltern brachten wir weitere Materialien wie Konfetti und Luftballons zum Einsatz, was einen "Chaos-Effekt" erzeugen sollte. Mit dem Ergebnis konnte man aber nicht zufrieden sein, da das Zusatzmaterial zwischen den vielen Doppelhaltern und Fahnen leider unterging. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.
Support
VfB - FC Schalke 04 2:2
Karawane Cannstatt 2007
Vor dem ersten Heimspiel gegen Schalke machte sich die VfB-Fanszene auf zur zweiten "Karawane Cannstatt". Trotz schlechtem Wetter schlossen sich rund 3.000 und damit mehr als dreimal so viele VfB-Begeisterte wie im Vorjahr der Karawane an und zogen mit jeder Menge Fahnen, Doppelhaltern, Schals, Transparenten, Bändern und Zaunfahnen über den Wasen zum Stadion. Wie im vergangenen Jahr übernahm das Commando Cannstatt die organisatorische Unterstützung des vom VfB Anhängerverband Stuttgart e. V. veranstalteten Marsches für die gesamte Fanszene, der letztes Jahr beim ersten Heimspiel gegen Nürnberg Premiere feierte und in Zukunft vor jedem Saisonauftakt zum festen Ritual werden soll. Einen ausführlichen Bericht und weitere Fotos zur Karawane Cannstatt 2007 findet ihr unter http://karawane.cc97.de.
Wendechoreo Teil 1: Meister
Wendechoreo Teil 2: Anti KA
Nach der Karawane begrüßte die Cannstatter Kurve den amtierenden Deutschen Meister mit der ersten Wendechoreo über die gesamte Kurve. Mit der Ausführung unserer Choreo waren wir allerdings nicht zufrieden. Unter dem Motto "Das Wunder wurde wahr Mit voller Kraft ins Derbyjahr" sollte sich der Schriftzug "MEISTER" nach dem Wenden der Papptafeln in ein "ANTI KA" verwandeln. Der MEISTER-Teil klappte ganz gut, das ANTI KA war dann aber leider nur schwer zu erkennen. Zudem ging das Spruchband "Mit voller Kraft ins Derbyjahr" zu spät hoch und war erst oben als die Choreo schon vorbei war.
Nach der Choreo gab es noch ein paar Grüße nach Karlsruhe
Einen Tag später traf man sich vor dem Spiel der Amateure gegen Ingolstadt zum Foto mit der Original-Meisterschale auf der Treppe vor unserer Kurve. Anschließend gings zum Spiel der Amateure, um "Zecke" Neuendorf, der von Berlin nach Ingolstadt gewechselt ist, zu "begrüßen". Seine Aktion vom Spiel VfB gegen Hertha, als er das mit seinem Gegenspieler getauschte VfB-Trikot vor dem Hertha-Block zerrissen hat und sich dafür von den Berliner Fans feiern ließ, ist nicht vergessen. "Zecke" wurde unmissverständlich klar gemacht, dass er in Cannstatt nicht willkommen ist.
Bilder: lostboys99.de & vfb-bilder.de
Bilder: lostboys99.de & vfb-bilder.de